Der Businessplan - der erste Schritt zum Erfolg

Bedeutung des Businessplans

Der erfolgreiche Aufbau eines Technologieunternehmens erfordert eine gesicherte Basis. Das Unternehmen muß die technischen Anforderungen der Produktentwicklung und die Managementanforderungen der Vermarktung, der Finanzierung und des Unternehmensaufbaus bewältigen. Hierzu benötigt es ein kompetentes Managementteam, eine hervorragende Produktidee mit sehr guten Marktchancen, eine breite Kapitalbasis und ein tragfähiges Unternehmenskonzept.

Ein schriftliches Unternehmenskonzept wird als Businessplan - wörtlich übersetzt: Geschäftsplan - bezeichnet. Der Businessplan beschreibt die Ziele und Strategien des Unternehmens, die Innovation, den Markt und die Aufgabenpakete für alle Unternehmensbereiche. Im Mittelpunkt stehen dabei qualitative Aussagen zur Unternehmensentwicklung, zu den Potentialen, aber auch zu den Risiken. Der Planungshorizont sollte sich auf drei bis fünf Jahre erstrecken.

Dem Businessplan kommt eine zentrale Funktion für die Entwicklung junger Technologieunternehmen zu. Mit ihm werden die entscheidenden Weichen für den zukünftigen Erfolg gestellt. Die gründliche Erarbeitung und regelmäßigen Aktualisierung dieses Dokuments sollte deshalb höchste Priorität haben.


Wie werten Beteiligungsgesellschaften den Businessplan aus?

Für die Erstellung des Businessplans ist es wichtig zu wissen, wie Beteiligungsgesellschaften arbeiten und worauf sie achten. Auf den ersten Blick verhält sich ein Beteiligungskapitalgeber recht merkwürdig: Er gibt Kapital, legt aber weder Verzinsung noch Tilgung fest und verlangt keine Sicherheiten.

Bei näherer Betrachtung läßt sich dieses Verhalten jedoch verstehen. Eine Beteiligungsgesellschaft beteiligt sich nur an Unternehmen, die eine hohe Wertsteigerung erwarten lassen. Der erwartete kalkulatorische Wertzuwachs des investierten Kapitals liegt zwischen 25 und 50 Prozent pro Jahr. Nach etwa fünf bis zehn Jahren verkaufen Beteiligungsgesellschaften ihre Anteile; z.B. an die übrigen Gesellschafter des Unternehmens, an andere Unternehmen oder das Unternehmen wird an die Börse gebracht. Von diesem Verkauf erhoffen sich Beteiligungskapitalgeber die angestrebte, hohe Rendite. Aus diesen Betrachtungen wird deutliche, wonach Beteiligungsgesellschaften in einem Businessplan suchen:

  • Die Geschäftsidee muß einen klaren Kundennutzen haben.
  • Das Unternehmen sollte mittelfristig einen großen und wachsenden Markt versorgen und mittelfristig auch international ausgerichtet sein.
  • Das Produkt sollte innovativ sein und Alleinstellungsmerkmale besitzen, die es deutlich von den Wettbewerbern abhebt.
  • Das Geschäftskonzept zur Erschließung des Markts muß schlüssig und überzeugend sein. Die Planungen sollten auf nachvollziehbaren Annahmen und Fakten basieren.
  • Besonderes Augenmerk legen Beteiligungsgesellschaften auf das Management. Denn der Erfolg eines jungen Technologieunternehmens hängt maßgeblich von der Fähigkeit der Unternehmensleitung ab, das Geschäftskonzept umzusetzen.
Beteiligungsgesellschaften erhalten pro Jahr mehrere hundert Anfragen kapitalsuchender Unternehmen. Diese werden einer genauen Prüfung, der sogenannten Beteiligungsprüfung, unterzogen, wobei der eingereichte Businessplan eine entscheidende Rolle spielt. Letztlich finanzieren Beteiligungsgesellschaft nur etwa 10 Prozent der kapitalsuchenden Unternehmen. Lassen Sie sich hiervon aber nicht entmutigen. Wenn Sie ein realistisches Unternehmenskonzept mit guten Perspektiven haben und dieses vorteilhaft darstellen, sind Ihre Chancen für eine Finanzierung sehr gut.


Aufgaben des Businessplans

Der Businessplan ist also keineswegs nur "Papierkram" zur Vervollständigung der Akten der Kapitalgeber. Vielmehr erfüllt er wichtige interne und externe Aufgaben.

Unternehmensintern ist er ein zentrales Führungsinstrument. Er dient
  • zur Strukturierung und Darstellung der eigenen Gedanken und Konzepte,
  • der verbindlichen Definition von Zielen, Strategien und Maßnahmen,
  • als Richtschnur für die tägliche Arbeit des Managements und der Mitarbeiter,
  • als Instrument für den Soll-Ist-Vergleich und damit das frühzeitige Erkennen von Engpässen (z.B. Personal, Kapital, Zeit).
Nutzen Sie die Erstellung des Businessplan also als Chance, das eigene Unternehmenskonzept genau zu durchdenken und kritisch zu hinterfragen. In der Anleitung werden Sie viele wichtige Aspekte finden, die Sie vielleicht noch nicht bedacht haben.

Unternehmensextern ist der Businessplan eine unentbehrliche Voraussetzung für die Beschaffung von
  • Fremdkapital bei Banken,
  • Eigenkapital von Beteiligungsgesellschaften, privaten und industriellen Investoren,
  • Fördermittel aus den unterschiedlichen Töpfen des Bundes, der Länder und der EU.
Ohne einen aussagefähigen Businessplan sind keine erfolgreichen Verhandlungen mit Kapitalgebern möglich. Je höher das wirtschaftliche und technische Risiko der Innovation und je höher der Kapitalbedarf ist, desto wichtiger ist ein schlüssiges Gesamtkonzept und vor allem der Nachweis echter Chancen am Markt.

Der Businessplan vermittelt dem externen Verhandlungspartner den ersten, wichtigen Eindruck Ihres Unternehmens. Er ist also die Visitenkarte des Unternehmens und soll potentielle Kapitalgeber überzeugen. Deshalb sollte auch der äußeren Form, vor allem dem übersichtlichen Aufbau und der verständlichen Darstellung besondere Aufmerksamkeit gewidmet werden.

Die folgenden Ausführungen sollen eine Hilfestellung bei der Erstellung Ihres Businessplans sein. Zur Veranschaulichung haben wir eine Reihe zentraler Fragen formuliert, die Ihnen als Denkanstöße dienen sollen. Versuchen Sie die Antworten auf diese Fragen in Ihren Ausführungen zu berücksichtigen, auch wenn es vielleicht nicht bei allen Fragen möglich ist. Die Praktikertips sollen Ihnen helfen, typische Fehler bei der Darstellung und Umsetzung Ihrer Geschäftsidee zu vermeiden.


Der Aufbau des Businessplans

Der Businessplan sollte aus acht Bausteinen und einem Anhang bestehen. Dieser Aufbau ergibt sich aus dem Informationsbedürfnis der Kapitalgeber. In diesen Bausteinen erwarten sie Angaben zur Unternehmenshistorie, den Geschäftszielen, den rechtlichen Verhältnissen, dem Management, dem innovativen Produkt, der Markt- und Wettbewerbssituation, der Planung, dem Kapitalbedarf, der möglichen Rendite sowie den Chancen und Risiken.

1. Zusammenfassung
2. Unternehmensgegenstand und rechtliche Verhältnisse
3. Management und Personal
4. Leistungsangebot und Geschäftsmodell
5. Markt- und Wettbewerbssituation
6. Planung
7. Chancen und Risiken


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